Play Kitchen Mania Teil 1

Als Kind liebte ich das Küchespielen, ausdauernd, umfangreich und überall. Ob im Sandkasten, im Kinderzimmer oder direkt bei Mama in der Küche. Meine Kinder lieben es ebenfalls und daher war es eines meiner liebsten Errungenschaften damals für meine Tochter ein Puppengeschirrset zu kaufen. Sie spielte mit Glaslinsen quasi ewig Schütten, Schöpfen und Verteilen. Der Opa baute ihr einen wunderhübschen, simplen, kleinen Herd mit Backofen. Das war jetzt sehr lange die gesamte Kinderküche.

Kurz vorm Einjährigen des Honigbabys, merkte ich, dass sie ebenfalls ihre Liebe zum Küchespielen entdeckte. Sie bekam zum 1. Geburtstag die Ikea-Klimpertöpfe und Kellen und ich bastelte aus Fimo ein bisschen Klimpergemüse: Brokkoli, Aubergine, Zucchini, Möhre, Mais, Kartoffeln und Pilze. Sie war seeehr glücklich damit. (Leute, schenkt euren 1jährigen Klimpertöpfe! Gerne auch schönere als die von Ikea, hier gab es leider leider keine hübscheren.)

Die Püppi hingegen bekam das Ikea Porzellanpuppengeschirr (für groooße Mädels), damit der Kleinen das Plastikgeschirr überlassen werden konnte. Ich nähte ihr aus Filz Brote, Käse-, Wurst- und Tomatenscheiben sowie ein paar Salatblätter, damit sie uns zukünftig Abendbrot machen konnte.

Dann entdeckte ich hier (in Singapur) diese japanische 2-Dollar-Ramschladen-Kette namens Daiso. Japanischer Ramsch! Ein Paradies. Die Spielküche füllte sich mit Kleinigkeiten wie Messbecherchen, Greifer, Silikontöpfchen, kleine Siebe, Minigewürzmühlen usw. Die Japaner machen ja alles so hübsch, klein, niedlich.

Es wurde also Zeit die Spielküche etwas zu erweitern. Nun lebe ich aber in einem Land wo niemand irgendwas selber macht. Hier gibt es keine Baumärkte und Bastelläden sind etwas hoch-exotisches. Tischler findet man quasi nirgends in der Nähe und mal eben Werkzeug beim Nachbarn ausborgen? Haha. Außerdem haben wir kein Auto, keine Garage und keinen guten Handyman. Wenn man hier etwas haben will, dann kauft man. Und zwar aus Plastik. Möp. Eine gute Weile legte ich dieses Projekt also aus Machbarkeitsgründen auf Eis.

Mit der Zeit wurde mein Pinterest-Board aber immer voller und ich etwas trotziger, dennoch eine kleine Küchenerweiterung für meine Mädels hinzubasteln. Nun kommt also die Low-Level-Muddi-DIY-Variante für Euch zum Anschauen und Nachbasteln. (Dies ist allerdings nur der Zwischenstand, denn auf Grund von bliblablubb wie eben genannt, komme ich gerade nicht weiter.)

Ihr braucht:

  • 1 Ikea Rast Nachttisch
  • 2 (bzw. 3) Ikea Bekväm Gewürzregale
  • 1 Packung Ikea Schrankgriffstangen Lansa (besteht aus 2 Griffstangen)
  • Schrankknäufe (für die Handtuch-/Backofenhandschuhaufhängung)
  • 1 kleinen Wasserhahn (findet ihr sicher im Baumarkt)
  • 1 Edelstahlschüssel mit Rand (gibts im Supermarkt)
  • Fimo?
  • Filz?
  • kleine Aufbewahrungsdosen
  • entsprechendes Werkzeug: Sägen, Feilen, Schrauben, Bohrmaschine, Akkubohrer

Und dann los:

play kitchen kreativkramsblog

play kitchen kreativkramsblog

So sieht der aktuelle Zwischenstand der Spielküche aus. Beim Aussägen des Loches für die Spühle ohne Stichsäge (!), habe ich ca. 1 Liter Wasser geschwitzt, denn ich habe einfach Loch an Loch im Kreis gebohrt und dann mit einer 3 Dollar-Minisäge die Löcher verbunden und damit ein großes Loch ausgesägt, danach versucht gerade zu feilen, wie ne Wilde. Aber: ging! Die Bekväm-Gewürzregale müssen gekürzt werden, sonst passen sie nicht an die 30 cm Querseite des Rast-Tischchens. Die peinlichen Details der Ausführung erspare ich Euch 😉

Es fehlt noch die Rückwand der Küche, Vorhänge unter der Spüle, Haken für Wischtücher, ein weiteres Bekväm-Regal über der Spüle und die Stange mit den Haken für Kellen und Löffel.  Außerdem erwäge ich den kleinen Herd noch zu erhöhen und darunter einen Kasten anzubringen für die Geschirraufbewahrung (,nur wie?!?), denn wir haben ja noch das ganze Plastikgeschirr, das verstaut werden will.  Zu gern hätte ich auch noch einen kleinen Mosaikfliesenspiegel über der Spüle Aber: keine Mosaikfliesen hier weit und breit. (In Deutschland gibts die im Bastelladen.)

Ich mag es gern, wenn die Spielküche offen ist und die Spielsachen somit anregend sichtbar sind, aber dennoch einen Platz haben, um aufgeräumt zu werden. Die Sache mit der großen Kiste, in die alles eingeräumt wird, funktioniert nämlich recht schlecht. Dann wird einfach nicht damit gespielt

play kitchen drying rack kreativkramsblog

play kitchen drying rack kreativkramsblog

Das Abtropfregal habe ich aus dem Daiso, ich finde es so süß! Das Geschirr ist von Ikea.

playkitchen spice condiments food rack kreativkramsblog

playkitchen spice condiments food rack kreativkramsblog

Im „Gewürzregal“ ist alles schön aufgeräumt und trotzdem sichtbar und lädt zum Spielen ein. Die kleinen Dosen habe ich aus dem chinesischen Supermarkt. Es sind eigentlich Teedosen. Die Kinder finden sie prima, denn man sieht, was drin ist und sie können sie selbst aufschrauben. Es gibt auch wunderhübsche Ikea-Glas-Gewürzgläser. In unserem Kinderzimmer herrscht allerdings eine no-glass-policy, weil die Kids da auch alleine spielen dürfen und ich somit meine Nerven schone.

play kitchen food made from fimo kreativkramsblog

play kitchen food made from fimo kreativkramsblog

So sieht unser gesammeltes Fimo-Essen aus. Die Kinder lieben das Schütten, Löffeln, Schöpfen, Rühren und anrichten damit. Ich habe lange laaaange gebastelt und war letztlich immer nur zufrieden, wenn ich das Fimo tatsächlich nach Zentimetermaß mit dem Messer abgeteilt habe. Also nur so als Tipp, falls auch jemand ähnlich perfektionistisch veranlagt ist. Man kann natürlich auch einfach echte Nudeln nehmen. Oder getrocknete Linsen etc. Nur ich trau mir das nicht bei unserem tropischen Klima mit dementsprechendem Viechzeug. Und das Fimo ist schon echt ein bisschen toll, weil bunt!

play kitchen peas and carrots and corn kreativkramsblog

play kitchen peas and carrots and corn kreativkramsblog

Erbsen, Möhren, Mais – das ist auch das Gemüse, was die Kinder zu Hause gern mögen und essen.

playkitchen noodles mushrooms sausages kreativkramsblog

playkitchen noodles mushrooms sausages kreativkramsblog

Hörnchennudeln (genau 3 cm lang und dann gebogen, falls es jemanden interessiert *hust*), Würstchen und Pilze.

play kitchen sink kreativkramsblog

play kitchen sink kreativkramsblog

Die Spülschüssel habe ich im Supermarkt gekauft und mit Heißkleber eingeleimt, damit man meine Stümperaussägung nie wieder zu Gesicht bekommt. Die kleinen Schwämme gabs bei Daiso, man kann aber auch einen großen Spülschwamm zerschneiden.

play kitchen felt food and condiments kreativkramsblog

play kitchen felt food and condiments kreativkramsblog

Filzbrote, Käse, Wurst, Salat und Tomaten – per Hand genäht mit viel Uff.
Die Salz- und Chili-Streuer sind mit Perlen gefüllt und der Deckel angeleimt. Aus Gründen.

Die Pfeffermühle habe ich entschärft, in dem ich unten über das Mahlwerk eine Scheibe aus transparenter, dickerer Plastikfolie geklebt habe. Holzperlenmehl brauche ich jetzt auch nicht im Kinderzimmer. 😉 Die silberne Perle zum Aufschrauben ist ebenfalls eingeleimt.

Inspiriert wurde ich von dieser Spielküche.

Stay tuned, die Fortsetzung folgt! 🙂

Advertisements

8 thoughts on “Play Kitchen Mania Teil 1

  1. Wie unglaublich grossartig! Ich bin total sprachlos wie wahnsinnig viel Mühle Du Dir gemacht hast und wie viel Liebe zum Detail in dieser Küche steckt. FANTASTISCH! Sei stolz auch Dich! Deine Kinder haben echt ein diesen Glück!

    Habt ein tolles Wochenende und viel Spass mit beim kochen! Alles Liebe von
    Kristin

    • Danke dir 🙂 Die Küche an sich ist ja nix besonderes und außerdem erst halb-fertig. Aber der Püppi hat es viel Spaß gemacht mitzumachen beim Schrauben, Sägen, Bohren und auch beim Fimokneten. Und sie war sehr stolz. Das ist fast das wichtigste.

  2. Wohooo, die Küche ist so so toll geworden und mit so unglaublich viel Liebe zum Detail, großartig!
    (Ob kleine Männer wohl auch gerne in einer nicht ganz so tollen Küche kochen wollen würden?)

    • Ich kenn echt viele Kinder, die Spielküchen lieben, Jungs wie Mädels! Lass ihn doch mal in deiner Küche mit Töpfen, Dosen, Nudeln und Löffeln spielen, dann weiste Bescheid 🙂

  3. @Pienznäschen: Aber sicher! Bei uns ist die Kinderküche auch immer erster Anlaufpunkt der Besuchskinder, egal ob Junge oder Mädchen. Und die Kinder improvisieren eigentlich von selbst, da muss nicht alles vorhanden und perfekt sein. 😉 Bei uns werden aktuell z.B. gerade immer Kastanien gekocht, früher echte Nudeln. Obst und Gemüse haben wir aus Stoff/Filz, Holz und Plastik.

    @Fraubhk: Wahnsinn und sooo toll! 😀 Ich bewundere dich und bin sehr sehr froh, dass es dieses ganzes Zubehör, bzw. die Küche an sich bei uns zu kaufen gibt (das Fühstücksset mit Brotbelägen und Ei von IKEA ist toll). Ich hätte wohl weder Zeit noch Muße zum Fimo schneiden. Aber die Idee mit den Gewürzen, die klau ich mir evtl. Denn momentan stibizt die Prinzessin immer unsere „echten“ für ihre Küche. 😉

  4. Pingback: Play Kitchen Mania Teil 2 | KreativkramsBlog

  5. Pingback: Kinderküche bauen | drachenkind

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s